Wenn aus Erde Bilder entstehen

Aus ungewöhnlichen Materialien und mit besonderen Verarbeitungsmethoden erzeugt Bernd Gerstner einzigartige Farbwirkungen und spannungsvolle Bilder.

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Die Beobachtung der Natur und die Lust am Experimentieren führten zu den ersten Arbeiten mit Erde, Lehm, Ackerboden und Sand.

Dabei ist bereits das „Sammeln“ der Materialien Bestandteil der Arbeit, denn das Spüren und Riechen des Materials erzeugt bereits in dieser Phase Ideen zu neuen Bildern.

Die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten hat eine einzigartige Farbigkeit und Bildwirkung zum Ergebnis, die durch den Einsatz von nicht alltäglichen Materialien wie Schiesspulver, Marmormehl aus Carrara, Blut oder Feuer verstärkt wird. Die besonderen Farbwirkungen entstehen durch den Wechsel von Auftragen und Entfernen der Farbe. Die Arbeiten entwickeln durch die Materialien eine Eigendynamik, die ihre Berücksichtigung bei der Bearbeitung des Werkes einfordert. Die Kompositionen, die alle Nuancen der Erdfarben aufzeigen, treten sowohl während der Bearbeitung des Werkes als auch beim Betrachten auf besondere Weise hervor und strahlen die Wärme der Erde aus. Durch die Veränderung des Malgrundes, z.B. durch Feuer, Zerreissen und wieder Zusammenfügen der Leinwand entsteht eine Spannung die sich auf den Betrachter des fertigen Werkes überträgt.
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Seit dem Beginn der Entstehung der Erdbilder vollzieht sich ein Wandel zur Abstraktion. Bei den Bildern, die noch figurative Elemente enthalten, wurden die Figuren allerdings ihrer Individualität beraubt und zur Schablone erstarrt. Sie weisen auf Alltagsbegegnungen hin und sind Anspielungen auf den aktuellen Zeitgeist, der das Äußerliche in den Vordergrund stellt und dabei die eigentlichen Inhalte vernachlässigt.

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